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Dekorative Kunst & Design des frühen 20. Jahrhunderts

Art Déco

Geschichte des Art Déco

Art Deco ist ein klassischer, symmetrischer, geradliniger Stil. Er entwickelte sich in den Jahren zwischen 1910 und 1930 und erreichte seine Blüte zwischen 1925 und 1935. Ursprünglich wurde er unter dem Namen Art Moderne bekannt. Der Name Art Deco ist eine Kurzform der ersten internationalen Präsentation von Objekten dieses Stils auf der Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes, die 1925 in Paris stattfand. Diese repräsentierte freilich nicht vollständig die damalige Bewegung der Moderne. Obwohl die Beiträge verschiedener Länder gezeigt wurden, waren alleine jene Frankreichs einigermaßen umfassend vertreten. Das Weimarer Bauhaus und de Stijl aus Holland, beide enorm wichtig für zeitgenössische moderne Gestaltung, fehlten in Paris vollständig.
Die Periode des Art Deco war gekennzeichnet durch eine große Vielfalt und die rastlose Suche nach Orientierung, durch die Wiederkehr des Handwerks und des individuellen Ausdruck des Künstlers auf der einen Seite. Auf der anderen Seite entstanden die gossen Vereinigungen wie der Deutsche Werkbund und die Wiener Werkstätte. Sowohl Maßanfertigungen als auch Massenproduktion waren ein wichtiger Ausdruck diesen Stils.

Die Wurzeln des Art Deco liegen in der strengen, disziplinierten Seite des Jugendstils (Art Nouveau). Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich ein Aufbegehren gegen dessen ausladende Linien und asymmetrischen Formen abgezeichnet. In England begann die Abgrenzung von der Süße und verspielten Phantasie des Jugendstils mit Charles F.A. Voysey und Charles Rennie Mackintosh. Beide Männer machten die Senkrechte zur Basis ihrer Entwürfe, die später den Gebrauch der geraden Linie und die geometrischen Formen Josef Hoffmanns in Wien beeinflussten. Die Zeichnungen der österreichischen Architekten Otto Wagner und Adolf Loos inspirierten die Gruppe De Stijl in Holland und das Deutsche Bauhaus. Die Architekten Auguste und Gustave Perret führten die Gegenbewegung zum Jugendstil in Frankreich an. Robert Mallet-Stevens und Pierre Chareau verweigerten sich gleichfalls den fantastischen Linien des Art Nouveau, und die amerikanischen Architekten Louis Sullivan und Frank Lloyd Wright begannen Möbel und Objekte in ihre architektonischen Entwürfe zu integrieren. All diese architektonischen Sezessionisten waren die Pioniere des Art Deco.

Dessen eigentlichen Beginn markierten 1909 die Ballets Russes in Paris. Die Aufsehen erregenden orientalischen Designs und gewagten exotischen Farben von Léon Bakst hatten erheblichen Einfluss auf die dekorative Kunst der Zeit. Dieser Einfluss blieb ungebrochen bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914. Balette wie der Feuervogel, Petruschka (Igor Strawinski), L'Après-midi d'un Faune (Claude Debussy) oder Der goldene Hahn (Nikolai Rimski-Korsakoff) waren bedeutende Beiträge für das Theater. Sie vergrößerten außerdem den Einfluss der Maler und beeiflussten französische Gestalter wie Paul Iribe. André Drésa, Georges Desvallières, André Dunoyer de Segonzac, Robert Bonfils oder Francis Jourdain wurden beauftragt, Kulissen für Dramen und Opern zu gestalten. Seit 1917 arbeiteten französische Maler auch für die Ballets Russes. Unter ihnen waren Georges Braques, André Derain, Juan Gris, Marie Laurencin, Matisse und Picasso. Auf diese Weise wurde die Öffentlichkeit auf dem Umweg des Theaters mit Futurismus, Expressionismus, Kubismus und anderen Kunstrichtungen konfrontiert. Diese wiederum hatten einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Art Deco.
Die Grundlagen des Art Deco waren vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gelegt worden, und Art Deco war ein voll entwickelter Stil, als dieser Krieg zu Ende ging. Art Deco zog eine Vielzahl hervorragender Kunsthandwerker an und entwickelte sich - mit einer Vielzahl dekorativer Objekte verwandten und miteinander harmonisierenden Designs - zu einem abgestimmen Ganzen.

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